Enuresis

 

In den allermeisten Fällen ist das nächtliche Einnässen keine Krankheit und auch nicht auf emotionale

oder psychische Störungen zurückzuführen. Viele Eltern meinen, wegen falscher Erziehung selbst Schuld

am nächtlichen Einnässen Ihres Kindes zu haben. Andere wiederum machen Ihrem Kind Vorwürfe.

Beides trifft in der Regel nicht zu. Vielmehr verursacht das Bettnässen oft bei den Betroffenen

Unsicherheit und Hilflosigkeit. Ihr Selbstwertgefühl leidet, es ist ihnen peinlich und sie wollen auch nicht,

dass andere davon erfahren.

Bei kleinen Kindern entleert sich die Blase noch automatisch, sobald sie voll ist. Im Alter von etwa 2 bis 5

Jahren lernt ein Kind allmählich, seine Blase zu kontrollieren, indem es beginnt, den Harndrang, den seine volle

 Blase verursacht, wahrzunehmen. Dann erst kann es lernen, die automatische Entleerung zu unterdrücken

und  aufzuschieben, bis es auf der Toilette ist. Wie bei jedem Lernen gelingt das nicht jedem Kind gleich schnell.

Selbst kleine Störungen können bewirken, dass sich das Lernen verzögert oder ganz fehlschlägt. Am Tage

gelingt es den meisten Kindern leicht, ihre Blase zu kontrollieren. In der Nacht jedoch ist die Aufgabe schon

schwieriger, denn muss es den Harndrang im Schlafzustand wahrnehmen. Es muss erkennen, dass es im Bett

liegt und verhindern, dass sich die Blase automatisch entleert. Es muss aufwachen, aufstehen und auf die

Toilette gehen.

 

Die genauen Ursachen des Bettnässens sind noch nicht vollständig geklärt. Vieles deutet aber darauf hin,

dass die Blasenkontrolle falsch oder nur unzureichend erlernt wurde. Dabei kommen verschiedene Einflüsse in

betracht, die sich stören auf die Lernentwicklungen oder hormonelle Störungen.

 

Unter dem nächtlichen Bettnässen, leiden übrigens mehr Kinder, als man denkt. Rund 10 % aller 7-jährigen und

5 % der 10-jährigen leiden unter diesem Problem. Selbst bei 20-jährigen sind noch etwa 1 % davon betroffen.